Kinderschutz in Hessen vor dem Kollaps

Die Linke Hessen begrüßt die Gründung des landesweiten „Aktionsbündnisses Kindeswohl“, in dem sich 22 Organisationen zusammengeschlossen haben, um die dramatisch verschlechterte Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

„Die Lage in der Kinder- und Jugendhilfe ist besorgniserregend. Wir sind dem Bündnis sehr dankbar, dass es die drängenden Belange von Kindern und Jugendlichen so nachhaltig in die Öffentlichkeit trägt“, erklärt Desiree Becker, Landesvorsitzende von Die Linke Hessen.

Aus den kommunalen Jugendhilfeausschüssen ist der Partei die Misere bestens bekannt: Während der Hilfebedarf durch zunehmend belastete Familienstrukturen kontinuierlich steigt, fehlt den Kommunen das Geld für eine qualitativ hochwertige, präventive Arbeit.

Der eklatante Personalmangel in der Jugendhilfe ist dabei kein Schicksal, sondern die Folge verfehlter Politik. Die Beschäftigten arbeiten seit Jahren über ihre Belastungsgrenzen hinaus, getrieben von hohem Entscheidungsdruck und akuter Überlastung. Gleichzeitig fehlt es an allen Ecken: Es mangelt sowohl an präventiven Familienhilfen als auch an freien Plätzen in stationären Einrichtungen. Leidtragend sind die Kinder und Jugendlichen sowie die Familien.

Die Linke fordert die hessische Landesregierung auf, gemeinsam mit den Kommunen umgehend gegenzusteuern. Statt finanzieller Kürzungen, wie sie vom Bund geplant sind, braucht die kommunale Ebene zusätzliche Mittel. Nur so lassen sich Wohngruppen bedarfsgerecht ausstatten, Familien wirksam unterstützen und gleichwertige Lebensverhältnisse für Kinder in ganz Hessen sichern.