Keine Kürzungen bei Sprach-Kitas

Das hessische Landesprogramm Sprach-Kitas läuft zum Jahresende aus. Rund 500 Sprachförderkräfte in Hessen könnten dadurch ihre Stellen verlieren.

Dazu erklärt Jakob Migenda, Landesvorsitzender der Partei Die Linke Hessen:

„Dass die schwarz-rote Landesregierung ausgerechnet bei frühkindlicher Bildung kürzen will, ist eine bildungspolitische Bankrotterklärung. Mit dem Auslaufen des Landesprogramms Sprach-Kitas werden etablierte Strukturen zerstört, die für Kinder, Familien und Kitas als Basis für die gesamte Bildungsbiographie unverzichtbar sind. Sprache ist der Schlüssel zu Teilhabe, Inklusion und Chancengleichheit. Sprachförderkräfte leisten in den Kitas elementare pädagogische Arbeit.

Wer glaubt, Erzieher*innen könnten diese Aufgabe bei ohnehin dramatischer Personalnot einfach nebenbei mit erledigen, hat den Alltag in den Kitas nicht verstanden und handelt verantwortungslos.

Keine der rund 500 Fachkräfte darf verloren gehen. Die Sprachförderung in Hessen muss ohne Brüche weitergeführt, dauerhaft abgesichert und sogar ausgebaut werden, auch um Folgekosten, die aus einer mangelhaften Frühkindlichen Bildung resultieren, später zu vermeiden“

Migenda ordnet die geplanten Kürzungen in den allgemeinen sozialpolitischen Angriff ein:

„Die hessische Landesregierung setzt auf denselben falschen Kürzungskurs wie die Bundesregierung. Während überall Geld für Aufrüstung da ist, soll bei Bildung, Gesundheit, Pflege, Arbeit und Rente gespart werden. Die Bundesregierung plant die massivsten Angriffe auf den Sozialstaat seit der Agenda 2010: Kürzungen bei Gesundheit und Pflege, Angriffe auf Kündigungsschutz und 8-Stunden-Tag sowie Druck auf die Renten.

Für uns als Linke ist klar: Je mehr Menschen von diesen Kürzungen betroffen sind, desto dringlicher wird gemeinsamer Widerstand. Deshalb unterstützen wir die Proteste, unter anderem am 17. Juni in Frankfurt sowie am 20. Juni in Darmstadt und Kassel.“