Honorarkürzungen stoppen – Psychotherapeutische Versorgung in Hessen sichern!

Die Linke Hessen unterstützt den massiven Protest gegen die zum 1. April in Kraft getretene Senkung der Honorare für ambulante Psychotherapie um 4,5 %. Gemeinsam mit der LAG Gesundheit ruft die Partei dazu auf, sich am kommenden Mittwoch an der Demonstration in Wiesbaden zu beteiligen.

Dramatische Versorgungslage wird ignoriert „Verzweifelte Eltern, die für ihre Kinder händeringend einen Therapieplatz suchen, und Erwachsene, die monatelang auf Hilfe warten: Das ist ein gesundheitspolitischer Skandal“, beschreibt Desiree Becker, Landesvorsitzende der Partei Die Linke Hessen, die aktuelle Situation. „Das Leid von Menschen mit seelischen Belastungen wird hier systematisch ignoriert. Diese Politik grenzt an unterlassene Hilfeleistung und hat schwerwiegende Konsequenzen für die Betroffenen, ihre Familien und das gesamte Gesundheitssystem. In einer solchen Krise die Honorare zu kürzen, ist ein Schlag ins Gesicht der Fachkräfte und verschärft den Versorgungsnotstand massiv.“

Gegen die Zwei-Klassen-Medizin Christiane Böhm, Sprecherin der LAG Gesundheit, ergänzt: „Sinkende Honorare seitens der Krankenkassen führen unweigerlich dazu, dass Kassenpatient:innen noch geringere Chancen auf eine zeitnahe Behandlung haben. Der wirtschaftliche Druck wird Praxen dazu drängen, verstärkt Plätze für Privatversicherte anzubieten. Die Linke kämpft entschieden gegen diese Zwei-Klassen-Medizin, die soziale Ungerechtigkeit und Unterversorgung weiter zementiert.“ Die Linke stellt klar, dass die Verantwortung für die Krise nicht bei den Therapeut:innen liegt. Diese stehen vor massiv steigenden Kosten für Miete, Personal und moderne Technik. Zudem müssen langjährige Weiterbildungen finanziert und Darlehen für Praxisübernahmen getilgt werden.

Wir fordern:  • Eine bedarfsgerechte Zulassungsplanung und deutlich mehr Kassensitze. • Eine spezielle Planungsgruppe für die Kinder- und Jugendpsychotherapie. • Die finanzielle Absicherung der psychotherapeutischen Weiterbildung. • Eine Garantie auf zeitnahe Behandlung für alle, die Hilfe benötigen – die Fachkräfte sind da, sie müssen nur fair finanziert werden.

Hinweis zum Protesttag: Am 15. April 2026 findet der bundesweite Protesttag gegen die Honorarkürzungen statt. Neben Kundgebungen in Berlin, München, Hamburg und Düsseldorf wird auch in Wiesbaden demonstriert: • Wann: 15.04.2026, 13:00 Uhr • Wo: Mauritiusplatz, Wiesbaden In Berlin findet zeitgleich die Übergabe von über einer halben Million Unterschriften der entsprechenden Petition statt. In Kassel findet die Demonstration am 18.04. um 14 Uhr auf dem Platz der 11 Frauen statt.