Die Linke Hessen kritisiert Honorarkürzungen in der Psychotherapie

Die Linke Hessen warnt vor den fatalen Folgen der geplanten Honorarabsenkungen für psychotherapeutische Leistungen. Angesichts explodierender Nachfrage und monatelanger Wartezeiten sei die Entscheidung der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ein Schlag ins Gesicht für Patienten und Therapeuten gleichermaßen. Desiree Becker, Landesvorsitzende der LINKEN Hessen, erklärt dazu: „Es ist absolut unverantwortlich, in einer Zeit vielfältiger Krisen die Honorare für Psychotherapie zu kürzen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot bereits jetzt bei Weitem. Statt den Rotstift anzusetzen, müssen wir die Hürden für neue Praxissitze abbauen. Menschen brauchen gerade jetzt Unterstützung bei Arbeitsbelastung und psychischem Stress – Kürzungen bewirken das genaue Gegenteil von Stabilisierung.“

Auch die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Gesundheit der Linken sieht in der Maßnahme eine kurzsichtige Fehlentscheidung. Ihre Sprecherin, Christiane Böhm, betont die wirtschaftliche Absurdität:

„Jeder Euro, der in Psychotherapie investiert wird, spart an anderer Stelle vier Euro ein. Wer hier spart, belastet langfristig die gesetzlichen Versicherungen und öffentlichen Kassen durch Folgekosten. Zudem kämpfen auch Praxen mit steigenden Kosten für Miete, Personal und Technik. Den Therapeuten mitten in der Inflation 4,5 % des Honorars zu streichen, ist reine Willkür.“

Um die psychotherapeutische Versorgung zukunftssicher aufzustellen, fordert DIE LINKE Hessen:
• Bedarfsgerechte Zulassungen: Eine flächendeckende Versorgung durch mehr Kassensitze statt künstlicher Verknappung.
• Spezialisierte Planung: Eine gesonderte Bedarfsplanung für die Kinder- und Jugendpsychotherapie.
• Finanzierung der Weiterbildung: Sicherstellung der finanziellen Mittel für angehende Psychotherapeut:innen.
• Soziale Gerechtigkeit: Schnelle Termine für alle, die sie dringend benötigen – unabhängig vom Versicherungsstatus.

Hinweis: Der Widerstand gegen die Kürzungen ist immens. Eine aktuelle Petition gegen die Honorarabsenkung hat innerhalb von nur fünf Tagen bereits über 300.000 Unterzeichnende erreicht. Dies verdeutlicht, dass die Bevölkerung die Dringlichkeit einer stabilen psychotherapeutischen Versorgung erkannt hat – im Gegensatz zur Politik.
Petition · Monatelange Wartezeiten – und jetzt werden psychotherapeutische Leistungen gekürzt? – Deutschland · Change.org