Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum erhalten 

Die geplante Schließung der Zentralen Notaufnahme (ZNA) und der Intensivmedizin am Krankenhaus in Bad Arolsen zum 31. März 2026 führt zu großer Besorgnis in der Bevölkerung. Die Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit der Linken Hessen kritisiert diese Entscheidung scharf und warnt vor massiven Folgen für die medizinische Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum.

„Mit der Schließung von ZNA und Intensivstation wird die Notfallversorgung für die Menschen in der Region weiter ausgedünnt. Das ist gesundheitspolitisch unverantwortlich“, erklärt Jan Kersting, Sprecher der Linken LAG Gesundheit. „Auch im ländlichen Raum entscheiden Minuten über Leben und Tod. Längere Anfahrtswege zu weiter entfernten Kliniken gefährden menschliches Leben.“

Bereits in den vergangenen Jahren wurden in Bad Arolsen zentrale Versorgungsstrukturen abgebaut, darunter die Chirurgie und die Geburtshilfe. Die nun geplanten weiteren Einschnitte markieren aus Sicht der Linken einen gefährlichen Wendepunkt. Statt einer flächendeckenden Grund- und Notfallversorgung bleibt ein spezialisiertes Fachkrankenhaus zurück, das akute Notfälle nicht mehr behandeln kann. Kersting weiter: “ „Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für akute lebensbedrohliche Situationen. Eine Geriatrie ohne angebundene Notaufnahme und Intensivmedizin ist ein Widerspruch.“

Christiane Böhm, Sprecherin der Linken LAG Gesundheit, betont:

„Die Krankenhausreform darf den ländlichen Raum nicht systematisch abhängen. In vielen hessischen Regionen wie in Hofheim im Main-Taunus-Kreis ist die Versorgung aufgrund von geplanten Schließungen gefährdet. Eine Spezialisierung auf einzelne Fachgebiete ersetzt keine wohnortnahe Notfall- und Intensivversorgung. Gesundheit ist Teil der Daseinsvorsorge und darf nicht allein nach betriebswirtschaftlichen Kriterien organisiert werden.“

Die Linke LAG Gesundheit sieht die Verantwortung nicht nur bei der Krankenhausleitung, sondern ganz besonders bei der Landes- und Bundespolitik. Die aktuelle Reform setze falsche Anreize und nehme bewusst Versorgungslücken in Kauf. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen ohne eigenes Auto seien von den Folgen überdurchschnittlich betroffen.

Die Linke LAG Gesundheit fordert daher den Erhalt einer wohnortnahen Notfallversorgung, verbindliche Versorgungsstandards für den ländlichen Raum sowie eine auskömmliche öffentliche Finanzierung der Krankenhäuser. Gesundheit dürfe nicht dem Sparzwang geopfert werden.

„Krankenhäuser sind keine Fabriken und Patientinnen und Patienten keine Kostenfaktoren“, so Böhm abschließend. „Wir brauchen eine Gesundheitsplanung, die sich am Bedarf der Menschen orientiert und nicht an Kürzungslogiken.“

Hinweis: Die Linke Hessen führt aktuell Veranstaltungen, Infostände und Aktionen zu einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung durch. Der Neujahrsempfang der Linken im Main-Taunus-Kreis findet am 22.1. um 18 Uhr in der Stadthalle Hofheim unter dem Motto „Auf ein GESUNDES Neues Jahr!“ mit der Bundestagsabgeordneten Julia-Christina Stange statt. Sie ist Sprecherin für ambulante Versorgung, Frauengesundheit und Ausbildung im Gesundheitswesen.