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LAG Kulturpolitik

Kontakt:

DIE LINKE.Hessen
c/o Magdalena Depta
Allerheiligentor 2-4
60311 Frankfurt am Main


Grundsatzpapier für eine linke Kulturpolitik in Hessen

"Entfremdet und entwürdigt ist nicht nur der,
der kein Brot hat, sondern auch der,
der keinen Anteil an den großen Gütern der Menschheit hat."
(Rosa Luxemburg)

Selbstverständnis

Kultur für alle

Im Zentrum linker Kulturpolitik steht die Teilhabe aller Menschen am kulturellen Leben. Jeder Mensch hat das Recht seine Persönlichkeit frei zu entfalten, sich schöpferisch auszudrücken, um so Kultur mitzugestalten. Diese Forderung ist auch in der hessischen Verfassung verankert: „Niemand darf in seinem wissenschaftlichen oder künstlerischen Schaffen in der Verbreitung seiner Werke gehindert werden.“ (Art. 10) Damit jedem Menschen Zugang zu allen kulturellen Ressourcen ermöglicht wird, bedarf es dem Abbau von formalen und finanziellen Hürden. Nur so können alle Menschen selbstbestimmt ihren Interessen nachgehen. Kulturelle Teilhabe für alle Menschen hat einen sozialen und einen emanzipatorischen Gesichtspunkt. Beide Gesichtspunkte sind miteinander untrennbar verwoben.

Die selbstbestimmte Aneignung von Erfahrungen und Erkenntnissen ist eine Voraussetzung für individuelle und gesellschaftliche Ermächtigung. Hierfür will linke Kulturpolitik Räume und Ressourcen bereitstellen und zwar abseits von hegemonialer politischer und ökonomischer Macht. Ferner ist das Ziel linker Kulturpolitik eine Heimat für alle Menschen zu gestalten - fernab der Kategorien Herkunft, Geschlecht, Ethnie, Sexualität und ökonomischer Verwertbarkeit. Aus diesem Grund setzt sich linke Kulturpolitik gegen Intoleranz, Nationalismus, jegliche Formen von Rassismus, Diskriminierungen, Elitarismus, Geschichtsrevisionismus und gegen jegliche Tendenzen gesellschaftlicher Spaltung.

Gleichzeitig darf kulturelle Bildung nicht bevormundend und dirigierend sein. Kulturelle Milieus, in denen durch eigene Motivation Aneignung und Ausdruck ermöglicht wird, sind Orte kultureller Entwicklung und Begegnung. Linke Kulturpolitik will die Vielfalt kultureller Milieus fördern, deshalb muss sich linke Kulturpolitik eng an den Bedürfnissen der Menschen orientieren und sie einbeziehen. Dezentrale und kommunale Kulturpolitik ist folglich eine große Chance für eine lebendige Kulturpolitik.

Kulturpolitik = Gesellschaftspolitik

Kulturpolitik ist keinesfalls nur auf die Förderung der freien Künste und ihrer Institutionen zu reduzieren, sondern Kultur als „menschengemachtes“ umfasst Lebensstile, Werte und Überzeugungen eines Milieus, einer Gemeinschaft oder eines Staates, die permanent in gesellschaftlicher Aushandlung sind. Kulturpolitik bezieht sich insbesondere auf außerschulische Bildungseinrichtungen (Bibliotheken, Musikschulen, Erwachsenenbildung), auf das Gemeinschaftsleben (Veranstaltungsräume, Literatur-Cafés, „Clubkultur“) und Institutionen zur Pflege der Künste und der Erinnerungskultur (Museen, Bühnen, Ausstellungshäuser). Auch Medienpolitik überschneidet sich mit Kulturpolitik. Somit stehen die Wahrung der Medienvielfalt, der Erhalt einer kritischen Öffentlichkeit und der freie Zugriff auf diese in der Verantwortung von linker Kulturpolitik.

Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik, denn sie ist ein entscheidendes Instrument im Ringen um gesellschaftliche Hegemonie. Zudem sind kulturelle Fragen und Angelegenheiten allgegenwärtig. Kulturpolitik greift deshalb in viele andere Politikbereiche ein, wie in Bildungspolitik, Medien- und Netzpolitik, aber auch in Wirtschafts- und Sozialpolitik. Der Handlungsraum von Kulturpolitik wird durch die herrschenden Verhältnisse bestimmt und begrenzt. Linke Kulturpolitik muss sich daher neoliberaler Macht- und Denkweisen wiedersetzen und in aktuellen Debatten und Kämpfen mitmischen.

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Kultur in Hessen wird von vielen Migrantenverbänden, verschieden Kulturverbänden, queeren Gemeinschaften, soziokulturellen Milieus und Subkulturen mitgestaltet. Für die Menschen in Hessen bilden diese unterschiedlichen Facetten ihre gelebte und identitätsstiftende Kultur und damit ihre Heimat. Eine sogenannte „deutsche Leitkultur“ grenzt und schmälert andere kulturelle Milieus und Praktiken aus. Folglich ist eine vorgegebene „deutsche Leitkultur“ weder mit Demokratie noch mit den Werten der Aufklärung vereinbar. Die Antwort linker Kulturpolitik auf den steigenden Nationalismus und seiner gesellschaftsspaltenden Kräfte lautet stattdessen Vielfalt und Interkulturalität.

Linke Kulturpolitik steht unter den Vorzeichen einer sozial gerechten, friedlichen und ökologischen Gesellschaft. Durch neugeschaffene Perspektiven auf Umwelt, Mensch und Gesellschaft kann Kunst, Kultur und kulturelle Bildung zu einem allgemeinen Umdenken bewegen. Kulturelle Aktivitäten, die Menschen zusammenbringen und selbstermächtigen, können Impulse für sozialere und gerechtere Arbeits- und Lebensbedingungen geben. So wollen wir gemeinsam für das „gute Leben“ streiten. Ebenso wie die künstlerische Avantgarde will linke Kulturpolitik zur Entwicklung von progressiven Gesellschaftsbildern und Produktionsverhältnissen beitragen.

Zu guter Letzt wollen wir, als LAG-Kultur(politik), auch das kulturellen Leben innerhalb der Partei beleben. 😉

 

Was sind die Aufgaben linker Kulturpolitik in Hessen

  • barrierefreie Teilhabe am kulturellen Leben für alle
  • Konzeption „gleichwertiger Lebensbedingungen“ in Stadt und Land in Hinblick auf die Infrastruktur von Bildung (Bibliotheken, Erwachsenenbildung, Kinos), Digitalisierung und Freizeit
  • Aufhebung einer Trennung von etablierter, institutioneller und freier, alternativer Kultur ist eine langfristige Zielsetzung linker Kulturpolitik.
  • Verstärkung kultureller Bildung für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen
    • besondere Berücksichtigung von Jugendkultur und ihrer Diversität
    • für ältere Menschen muss das kulturelle Angebot so ausgebaut werden, dass es ihren Bedürfnissen in gesundheitlicher, sozialer und räumlicher Hinsicht entspricht.
  • Gewährleistung von Ressourcen für Künstler*innen und Kulturschaffende
  • Finanzierungssicherheit bei Kulturvereinen und Institutionen
  • Gleichstellung von Frauen und Männern in sämtlichen Kulturbereichen (z.B. durch Frauenquoten)
  • Erhalt und Ausbau von Einrichtungen zur Pflege der Künste (Museen, Bühnen, Konzertsäle), des Gemeinschaftslebens und zum Schutz des kulturellen Erbes (Denkmalsschutz)
  • Wahrung der Autonomie von Kunst und Kultur
  • Gewissenhafte Erinnerungskultur
  • Medienvielfalt und freier, demokratischer Zugang / Erhalt einer kritischen Öffentlichkeit / hr
  • flächendeckender Breitbandausbau
  • Stärkung von kultureller Bildung und Medienkompeten
  • Digitalisierung und allgemeine Zugänglichkeit des kulturellen Erbes
  • stärkerer Förderung von Breitensport, statt Spitzensport; Schaffung eines breiten Sportangebotes; Zurückdrängung der Kommerzialisierung des Sportes, Vermittlung von Werten wie Teamgeist, Toleranz, Respekt und Fairness

Download:

Grundsatzpapier für eine linke Kulturpolitik in Hessen

 
 

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